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CMS Berlin
21-24 SEP 2027
  • Automatisierung und Robotik

    70 Prozent der Arbeiten in der professionellen Gebäudereinigung entfallen auf die Reinigung von Böden und die Entsorgung von Abfällen. Diese sowie weitere monotone und wiederkehrende Aufgaben werden bislang überwiegend manuell von Mitarbeitenden durchgeführt. Sie von diesen Tätigkeiten zu entlasten, ist angesichts des zunehmenden Personalmangels ein entscheidender Faktor. Moderne Reinigungsroboter übernehmen umfassende Saug-, Wisch- und Reinigungsleistungen und können sich flexibel an unterschiedliche Gegebenheiten anpassen.

    Roboter sind dabei nicht als Ersatz für qualifiziertes Personal zu verstehen, sondern als automatisierte Teammitglieder, die Mitarbeitende unterstützen. Das Konzept der „Cobotics“, eine Kombination aus „collaboration“ und „robotics“, beschreibt die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter.

    Die Botschaft: Die Maschine ist keine Gefahr für den Arbeitsplatz, sondern eine Entlastung für die Mitarbeitenden.

    Da Roboter auf energieeffizientes Arbeiten programmierbar sind und den Verbrauch von Reinigungsmitteln und Wasser reduzieren können, leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit in der Gebäudereinigung. Auf lange Sicht führt der Einsatz von Robotik zu erheblichen Kosteneinsparungen.

    Fensterreinigungsroboter Industrie

    Fensterfassade eines Bürogebäudes

    Das Gerät auf die Scheibe setzen, „Start“ drücken und es am Ende einfach wieder abnehmen – darauf reduziert sich beispielsweise beim Fenster-Reinigungsroboter RACCOON das menschliche Zutun. Steuerung sowie Energieversorgung sind integriert, eine Versorgungsleitung wird nicht gebraucht, der Roboter ist damit autonom.

    Für mehr als nur ein paar Fenster, sondern gleich für die richtig großen – und hohen – Aufgaben ist „Sirius“ vom Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) qualifiziert. Er ist der erste Roboter für die Reinigung von Hochhausfassaden. Ausgestattet mit Vakuumsaugnäpfen klettert er die Außenseiten von Gebäuden entlang, ganz ohne Führungsschiene. Hindernisse wie Abdeckleisten, Sonnenschutzlamellen oder Lüftungsgitter überquert er einfach. Sirius erspart Fassadenreinigern die anstrengende und gefährliche Arbeit auf Arbeitsbühnen in schwindelerregender Höhe. Und er ist auch bei Windstärken arbeitsfähig, bei der das Reinigungspersonal aus Sicherheitsgründen längst nicht mehr eingesetzt werden dürfte.

    Autonome Industrie-Saugroboter

    Scheuersaugroboter können ohne Personaleinsatz mit einem 30-Liter-Tank 1.200 Quadratmeter mit einer einzigen Tankfüllung reinigen. Ein fortschrittliches vierstufiges Filtersystem stellt wiederverwendbares Wasser bereit und senkt so den Verbrauch. Ein Chemikaliendosiersystem übernimmt eine punktgenaue Dosierung und gewährleistet so eine gleichbleibend präzise Anwendung der Chemikalien, was das Risiko einer manuellen Über- oder Unterdosierung verhindert sowie ein immer gleiches Reinigungsergebnis garantiert.

    autonomer Scheuersaugroboter reinigt eine große Halle

    Roboterstaubsauger und -wischer

    moderner Bodenreinigungsroboter reinig ein Büro

    Bodenreinigungsroboter wie beispielsweise der KI-gesteuerte Phantas können gleich vier Dinge auf einmal: Saugen, Fegen, Wischen und Scheuern. Geeignet besonders für Bürogebäude kommt er dank kompakten Designs auch in enge Räume und unter Tische. Mittels KI und Deep Learning passen die Roboter sich automatisch an Bodentypen an und bemerken Hindernisse sofort, um dann alternative Wege zu finden.

    Bodenreinigungsroboter erkennen Abfall und Flecken und reinigen bedarfsgerecht, bevor sie sich weiter verteilen. Diese Bedarfsreinigung steigert die Effizienz um das Vierfache und senkt den Energie- sowie Wasserverbrauch deutlich. Das Nachfüllen und Ablassen von Wasser, die Reinigung des Wassertanks sowie das automatische Aufladen erledigt der Roboterstaubsauger per Self-Service.

    Autonome Reinigungsroboter

    Ob in Einkaufszentren, öffentlichen Gebäuden, auf Flughäfen, in Bahnhöfen oder auf Vorplätzen: Die Reinigung großer Flächen übernehmen bereits heute oftmals automatisierte Reinigungsroboter. Sie können bis zu zehn Stunden ohne Pause reinigen und dabei bis zu 2.500 Quadratmeter pro Stunde abdecken. Laut Herstellerangaben verwenden sie dabei bis zu 70 Prozent weniger Wasser und Reinigungsmittel als manuelle Reinigungsverfahren.

    Auch im Büro können mit adaptiven Lernfähigkeiten ausgestattete Reinigungsroboter Aufgaben wie die Oberflächenpflege oder das Entfernen besonders hartnäckiger Flecken selbstständig und effizient durchführen. Dank hochsensibler Sensoren können sie ihre Strategien an unterschiedliche Bedingungen und Herausforderungen anpassen. Effektiv, schnell, präzise, eigenständig und fortlaufend die Routinen optimierend. Zudem können sie problemlos nachts eingesetzt werden und Bereiche reiniger, die für menschliche Reinigungskräfte schwer zugänglich sind.

    Moderner Reinigungsroboter reinigt ein Bürogebäude
    Icon Vorteile

    Wie ergänzen sich Mensch und Roboter?

    Laut einer Erhebung des Marktanalysten Lünendonk setzen bereits 85 Prozent der führenden Facility-Service-Dienstleister bei der Reinigung auf Roboter, sei es im Regelbetrieb oder im Rahmen eines Pilotversuchs.

    • Fachkräfte können sich auf anspruchsvolle Aufgaben wie die Reinigung und Desinfektion kritischer Oberflächen konzentrieren, während der Roboter monotone Flächenreinigungsarbeiten übernimmt.
    • Dank ihres menschlichen Urteilsvermögens können Reinigungskräfte Verschmutzungen oder Unordnung erkennen, die der Roboter vielleicht übersieht.
    • Der Wegfall anstrengender Bodenreinigungsarbeiten entlastet die Mitarbeitenden körperlich.
    • Mitarbeitende spielen eine entscheidende Rolle bei der Planung und Koordination der Reinigung gemäß den individuellen Kundenwünschen.
    • Es bleibt mehr Zeit für den direkten Kundenkontakt.
    • ABER: Tische, Küchen und Sanitärbereiche bedürfen nach wie vor besonderer Aufmerksamkeit durch menschliche Kollegen.

    Humanoide Robotik

    Was sind humanoide Roboter?

    Humanoide Roboter sind robotische Systeme, deren Aufbau und Bewegungsabläufe dem Menschen nachempfunden sind. Dadurch können sie in bestehenden Arbeitsumgebungen eingesetzt werden.

    Humanoider Roboter vor einem neutralen grauen Hintergrund. Icon unten rechts: AI generated

    Welche Herausforderungen gibt es beim Einsatz humanoider Roboter?

    Die Technologie steht am Anfang ihrer Entwicklung. Der flächendeckende Einsatz humanoider Roboter wird derzeit durch verschiedene Faktoren begrenzt:

    • Hohe Anschaffungs- und Produktionskosten aufgrund geringer Stückzahlen und komplexer Technik
    • Begrenzte Greif- und Hebefähigkeiten, insbesondere bei unterschiedlichen Materialien und Objekten
    • Umfallen durch Kabel, Kanten oder andere Hindernisse; ein selbstständiges Wiederaufstehen ist häufig nicht möglich und erfordert menschliches Eingreifen

    Viele Systeme werden aktuell vor allem in Forschungseinrichtungen, Pilotprojekten und industriellen Testumgebungen erprobt.

    Mit Fortschritten in KI und Robotik könnten humanoide Roboter zukünftig auch in der Gebäudereinigungsbranche bei Routineaufgaben, Materialtransporten und unterstützenden Tätigkeiten eingesetzt werden. Besonders in großen Gebäudekomplexen wie Flughäfen, Krankenhäusern oder Bürogebäuden könnten sie Reinigungskräfte entlasten, indem sie wiederkehrende und körperlich belastende Aufgaben übernehmen. Der Mensch bleibt dabei weiterhin zentraler Faktor für komplexe Reinigungsprozesse, Qualitätskontrolle und individuelle Anforderungen.

    Welche Rolle werden humanoide Roboter zukünftig spielen?

    Humanoide Roboter gelten als wichtiger Innovationstreiber der Zukunft. Fortschritte in Robotik und KI eröffnen neue Perspektiven für ihre Einsatzbereiche. Entscheidend wird sein, wie sich die Technologie weiterentwickelt und welche Anwendungen sich langfristig in der Praxis etablieren.

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